??? – Tallinn, (nur) 40 km

Die Nacht war ruhig. Bis auf das Rauschen des Meeres. Immerhin hatte ich die Ostsee fast im Zelt.

Morgens gegen sieben kann dann ein Fahrzeug und ich hörte wie Feuerholz abgelegt wurde. Später kamen dann hin und wieder Autos vorbei,aber niemand schien sich für mich zu interessieren. Mir war das natürlich Recht. Ich wachte in aller Ruhe auf und ging noch kurz an den Strand. Obwohl es ein strahlend schöner Morgen mit Sonnenschein war, war es mir dann doch etwas zu kalt zum baden. Nach einen gemütlichen Frühstück ging es dann weiter in Richtung Tallinn. Ich hatte es ja nicht eilig. Da Tallinn City Camping mehr als zwanzig Euro für eine Nacht in meinem Zelt haben will (die Spinnen, die Esten!), hatte ich mir das Hostel Old House für die Übernachtung ausgesucht.

Das liegt mitten in der Altstadt und die Webseite sah vielversprechend aus. Check in aber eigentlich erst um zwei. Ich war gegen zwölf dort und könnte mir doch schon eine halbe Stunde später ein Bett aussuchen. Das Hostel ist Recht ruhig. Alles mit alten Möbeln aber ordentlich und sauber. Hat aber nicht den Flair des Naughty Sqirrel. Nachdem ich mich „stadtfein“ gebracht hatte, ging es erst mal ans Sightseeing. Tallinn hat eine wirklich schöne Altstadt. Viele Gebäude aus der Zeit der Hanse sind noch erhalten oder wieder aufgebaut worden. Diesen Umstand nutzt man hier recht geschickt und macht viel in Richtung Mittelalter. Jede Menge Stände mit auf alt getrimmten Sachen und jeder Menge alte Trachten.

Leider auch jede Menge Touristen. Ja, ich weiß, ich bin auch einer. Aber bei dem tollen Sonnenwetter waren Unmengen an Leuten unterwegs. Die bekanntesten Plätze klapperte ich ab. Zum Beispiel die Merckx Kathedrale und den Marktplatz. Und noch einiges mehr. Natürlich auch nett Kaffee und Kuchen genießen im Park und später das unvermeidliche Bier.

Dann noch ein Beauty Stopp im Hostel. Aber ich musste mich auch um mein Pferd kümmern. Mir war seit einigen Tagen ausgefallen, dass die Kühlwassertemperatur im Stadtverkehr und beim langsamen Fahren im Gelände sehr schnell anstieg. Auf der Landstraße war alles bestens. Kein Wunder. Kühlwasserstand ist zu niedrig. Also ab in den Supermarkt und destilliertes Wasser geholt. Gab es leider nur in 2,5 l Kanistern. Ich füllte nicht mal einen halben Liter auf. Den Rest wollte ich an der Rezeption verschenken. Aber die schöne Empfangsdame könnte damit auch nicht so richtig was anfangen. Stellte es andere erst mal in die Ecke und lächelte gnädig. War schon klar was sie dachte. „Die spinnen, die Deutschen!“. Zumindest könnte ich ihr noch klar machen, warum ich da zwei Liter destilliertes Wasser hatte. Ob das die Sache besser macht? Jetzt sitze ich auf der Dachterrasse eines Restaurants, habe gut gegessen und genieße den Blick auf die Dächer der Altstadt.

Jetzt reicht es aber erst mal mit den Großstädten. Ich will wieder auf mein Bike und ab auf die Piste.

Ich muss doch echt einen Sprung in der Schüssel haben. Ich freue mich mehr auf das unterwegs sein als auf Städte. Vor allem aber auf die interessanten Nebenstraßen und die schöne Landschaft.

Morgen geht es wieder im wilden Zickzack an der Küste entlang. Und dann in Richtung Peipus See.

Noch einige nette Anekdoten am Rande:

Ich bin hier in Estland. Ich brauche mir um den Umtausch von Geld keine Sorgen zu machen, da man hier mit Euros zahlt. Allerdings hatte ich das völlig übersehen und meine tolle Wechselkurs-App auf dem Smartphone zeigt mir immer noch den Kurs für estnische Kronen an.

Heute Mittag, mitten im Stadtbummel, rief mich Frau Werber vom Bürgeramt Hohenschönhausen an, um mir mitzuteilen, dass mein Euroführerschein da ist. Sehr nett. Aber leider zu spät. Ich weiß gar nicht, ob ich nach der Tor meine schöne rosa DDR Pappe abgeben möchte.

Und hier der Tourverlauf des heutigen Tages:

04_09_2012

Related Images:

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.